13 reasons Why – Die Schwierigkeit einer Lappalie

Die neue Netflix Serie ‚Tote Mädchen lügen nicht“ hat genau das erreicht, was sie erreichen wollte: Sie hat uns dazu gebracht, das Thema Selbstmord aus der Tabuzone zu holen. Ich habe schon viele Blogposts dazu gelesen. Aber da ich einen anderen Backround zu diesem Thema habe, möchte ich einfach alles das ansprechen, was man meiner Meinung nach für sein eigenes Leben mitnehmen kann. Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich niemanden mit dem Inhalt der Serie spoilern möchte und auf der anderen Seite möchte ich nicht detailiert über meine Erfahrungen sprechen. Deshalb ist dieser Beitrag etwas allgemeiner gehalten..

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Wenn man an depressive Menschen denkt, vor allem an welche mit Selbstmordgedanken, hat man meist einen Stereotypen im Kopf. Ein relativ beliebtes und sehr schönes Mädchen, das von außen sehr taff wirkt, wie Hanna, passt nicht in dieses Bild. Deshalb war es um so wichtiger, dass es jemanden hätte geben müssen, der auf ihre Hilferufe eingegangen ist. Denn Hanna hat mehr als nur einmal verzweifelt mitteilen wollen, dass es ihr sehr schlecht geht und sie sich in vielen Situationen nicht wohl fühlt. Viele haben die ganzen Situationen als Lappalien abgestempelt. Doch in der Summe war es ein ganzer Berg, der auf Hanna eingebrochen ist. Vielleicht kennt ihr das von euch selber, wenn ihr Hinweise gebt, damit jemand anderes merkt, dass es euch schlecht geht damit ihr diese Person nicht um Hilfe fragen müsst. So hat auch Hanna gehandelt. Doch es kam niemand. Und jetzt kommt der für mich schlimmste Part, selbst der Beratungslehrer hat sie nicht ernst genommen.

Oft habe ich gehört, dass diese Serie übertreibt und dass das alles sehr überspitzt ist. Aber das ist alles sehr realistisch.

Doch was kann man für sich aus dieser Serie mitnehmen?

  1. Jeder hat seine eigene Wahrheit und das ist ok so. Aber man sollte mit den anderen Menschen reden, bevor es dazu kommt, dass man unnötig streitet.
  2. Jeder hat Ballast zu tragen. Man sollte ihn nicht auf andere abwerfen, in dem man andere fertig macht. Aber sollte auch nicht davon ausgehen, dass andere keinen Ballast haben. Man sollte sich vielleicht öfter fragen, ob der andere schlecht gelaunt ist, weil er gestern einen Streit hatte, statt direkt zu denken, dass der andere Mensch einfach nur blöd ist.
  3. Hilfeschreie sollte man Ernst nehmen. Entweder redet man mit der betroffenen Person oder man spricht die Eltern darauf an oder holt sich im Notfall  Hilfe von außerhalb. Manchmal hilft es schon, wenn man zu jemandem fährt, sich alle anhört und nicht urteilt. Man sollte weder sowas sagen wie „ach das wird schon wieder!“, „Ja das kenne ich, ich hab das so gemacht.“ oder „Dann musst du jetzt das und das machen, dann wird das wieder.“. Hört zu und seid ein offenes Ohr. Aber nur, so weit wie ihr es selber mitmachen könnt. Ihr dürft jederzeit Hilfe holen, wenn es euch zu viel wird. Lieber einmal zu viel Hilfe geholt, als einmal zu wenig.

Das wichtigste was man aus dieser Serie mitnehmen kann ist, dass man mehr miteinander reden muss. Auch wenn man denkt, der andere stellt sich an. In dem Moment, wo es dem anderen schlecht geht, hat er einen Grund dafür. Auch wenn du ihn nicht verstehst. Es ist in seiner Wahrnehmung, durch die eigenen Erfahrungen, die Realität. 

Und was für den einen eine Lappalie ist, ist für den anderen der letzte Tropfen in einem schon überlaufendem Fass. Jeder Mensch ist anders und jeder reagiert anders. Und selbst Menschen, die sehr stark wirken, können sehr viel sensibler sein, als man denkt.

Für mich ist das was in der Serie angesprochen wurde ein sehr wichtiges Thema und hoffe, dass in Zukunft mehr auf die eigenen Mitmenschen geachtet wird. Denn jeder Selbstmord ist schade und ich wünsche mir, dass niemand mehr in eine solche Situation kommt, wo er als einzige Lösung Selbstmord sieht…

Falls jemand von euch mir Anonym schreiben möchte, darf er das gerne per Email machen.

Alles Liebe, eure Lina ❤

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P.s.: Jetzt könnt ihr bei der lieben Mareike vorbei schauen. Denn sie hat über das selbe Thema auch was geschrieben. Sie ist meine Partnerin in Crime bei der Gedankenflug-Kolumne. Eine 22-jährige Beautybloggerin aus dem wunderschönen Berlin. Sie ist einfach das totale Mädchen, im Gegensatz zu mir. Und auch sonst sind wir total unterschiedlich. Aber genau deshalb ist es immer wieder spannend zu sehen, was sie zu den selben Themen zu sagen hat.

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